Quelle: Kurt Kugler  
     
  Wie auch in anderen Orten mussten in Scheer am Kriegsende Kirchenglocken zur Rüstungszwecken abgegeben werden. Erst im Oktober 2009 konnten diese wieder ersetzt werden.  
     
     
     
  Neue Glocken wurden begeistert empfangen  
     
  Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung wurden die drei neuen Glocken am Freitagabend  mit einem wunderschönen Pferdegespann von Anton Stobel aus Eichstegen zur St. Nikolauskirche geleitet. Die 2. Vorsitzende des Kirchengemeinderates, Michaela Löffler, und der Vorsitzende des Glockenausschusses Ewald Braig begrüßten zusammen mit Pater Augusty die wartende Menge bei der Donaubrücke. Das lange Warten habe nun endlich ein Ende, das Geläut im Glockenturm werde nach vielen Jahren bald wieder komplett sein und die Bürger dürften sich jetzt schon auf den Klang der sechs Glocken am Kirchweihsonntag freuen. Als das herrliche Gespann mit den neuen Glocken vorfuhr, wurde es mit viel Beifall empfangen. Der Fanfarenzug und der Kirchenchor gaben dem Glockenempfang einen feierlichen musikalischen Rahmen. Als Kutscher hatte Walter Müller die Zügel fest im Griff  und brachte das Gespann mit den Glocken den steilen Kirchberg hoch direkt bis vor die Kirche. Bei der anschließenden Dankandacht standen natürlich die Glocken im Mittelpunkt und mit voller Zuversicht meinte Pater Augusty, dass das neue Geläut möglichst viele Gläubige in das Gotteshaus rufen möge. Nach der Andacht versammelte sich die Kirchengemeinde im Gemeindehaus St. Antonius und Ewald Braig nahm die Gelegenheit wahr, dem Besitzer des Pferde - Gespannes Anton Strobel, der schon vier Jahrzehnte im Wald für die Stadt Scheer tätig ist, für die kostenlose Übernahme des Geleites der Glocken zu danken. Während sich im Saal die Gespräche in erster Linie um die neuen Glocken drehten, zeigte Tobias Braig im Nebenraum einen hochinteressanten Film über den Guss der „Karlsruher Friedensglocke“, bei dem deutlich wurde, welch handwerkliches Geschick so ein Glockenguss erfordert.  
     
     
 
   
 Ankunft der neuen Glocken    Die Glocken auf dem Weg zur Kirche 
 
     
     
 
 

Foto: Kurt Kugler

Mit einem herrlichen Pferdegespann wurden die drei neuen Glocken unter großer Anteilnahme der Bevölkerung zur St. Nikolauskirche in Scheer geleitet.

Ankunft der Glocken an der Kirche     
 
 
     
     
 
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  Glockenweihe in Scheer   
     
  Bischof Dr. Kreidler: Denkwürdiger Tag für die Kirchengemeinde   
     
  Neue Glocken sind Botschafter des Glaubens   
     
  Der Festgottesdienst anlässlich der Glockenweihe in Scheer wurde zu einem unvergesslichen Erlebnis für die zahlreichen Besucher und treffend dazu sprach Weihbischof Dr. Johannes Kreidler von einem Jahrhundertereignis für die ganze Kirchengemeinde und von einem denkwürdigen Tag für die Bevölkerung aus nah und fern. Er bezeichnete die neuen Glocken als Botschafter des Glaubens und die Glockenzier habe die Leitgedanken Glaube, Hoffnung und Liebe zum Inhalt. Pater Augusty, Michaela Löffler als 2. Vorsitzende des Kirchengemeinderates und Ewald Braig als Vorsitzender des Bauausschusses sprachen  von einem Traum, der für die St. Nikolausgemeinde in Erfüllung gegangen sei, denn mit den drei neuen Glocken habe Scheer seit dem Jahre 1918 wieder ein aus sechs Glocken bestehendes vollzähliges Geläute.   
     
     
     
  Wenn die Glocken ihren ureigenen Auftrag auch in Zukunft erfüllen, darf sich der Pfarrer von Scheer noch oft über ein volles Haus freuen. Mit Kreuz und Fahnen und unter den Klängen der Stadtkapelle zog eine große Schar von  Ministranten mit Weihbischof Dr. Johannes Kreidler begleitet von den Konzelebranten Pfarrer Rudolf Kuchelmeister und Pater Augusty in die St. Nikolauskirche ein. Es folgte ein Festgottesdienst, der alles beinhaltete, was ein solches Großereignis ausmacht. Die feierliche musikalische Umrahmung durch die Stadtkapelle, ein erhebender Gesang durch den Kirchenchor, die tief greifende  Ansprache von Weihbischof Dr. J.Kreidler und das aufrichtige Danke schön der Verantwortlichen der Kath. Kirchengemeinde drückten dem Festgottesdienst ihren Stempel auf. In seiner Begrüßung stellte Pater Augusty die Frage: Warum läuten die Glocken und er wusste auch gleich die passende Antwort darauf. Sie rufen die Gläubigen zum gemeinsamen Gottesdienst und zum Gebet.   
     
 
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  Das Eingangslied „ Ein Haus voll Glorie schauet“ aus vielen hundert Stimmen gesungen, drückte die Feststimmung eindrucksvoll aus. In seinem liturgischen Gruß übermittelte der Weihbischof die Glückwünsche der Diözese und gratulierte der Kath. Kirchengemeinde zum neuen Geläut. Das Wort Eucharistie bedeute Danksagung und dazu hätten die Gläubigen an diesem denkwürdigen Tag allen Grund. Dass die drei neuen Glocken die Namen der Schutzpatrone Walburga, Willibald und Wunibald tragen habe eine tiefe innere Bedeutung und trage zur Verehrung der Geschwisterheiligen bei.    
     
     
     
  In seiner Ansprache ging Weihbischof Dr. J. Kreidler auf die eigentliche Bedeutung der Glocken ein, er nannte sie Botschafter des Glaubens, die auf harmonische Weise den Weg ebnen zu Gott und zum Gebet. Die Botschaft der Glocken könne nur derjenige verstehen, der ihre Gedanken in sich aufnehme und daraus die richtigen Lehren ziehe. Glocken würden den Alltag unterbrechen und das richtige Ziel  zeigen auf dem direkten Weg zu Gott und zum Gebet. Nur wenn die innere Stimme die frohe Botschaft aufnehme, sei sie Wegbereiter zum ewigen Leben. Wenn die Glocken einmal verstummen, fehle dem Menschen die Orientierung und damit die Einladung zu Gott. Den Gläubigen wünschte der Weihbischof, dass sie sich vom Klang der Glocken in Stimmung bringen lassen und dadurch beflügelt werden auf der Suche nach dem richtigen Wege. Die von der Scheerer Künstlerin Editha Pröbstle entworfene Glockenzier drücke in beeindruckender Weise die drei christlichen Tugenden „ Glaube – Hoffnung und Liebe „ aus.   
  Nach einem Segensgebet nahm der Weihbischof die Weihe der neuen Glocken vor und mit einem Hammer gab er anschließend die neuen Töne der Glocken preis.    
     
  „Die Hoffnung stirbt zuletzt“ diesen Gedanken stellte die 2. Vorsitzende des Kirchengemeinderates, Michaela Löffler, in den Mittelpunkt ihrer Lobes- und Dankeshymne am Ende des Festgottesdienstes. In Scheer habe man die Hoffnung nie aufgegeben, dass irgendwann das durch die beiden Weltkriege dezimierte Glockengeläute wieder einmal vollständig sein würde. Die Herstellung des historischen Geläutes habe sich wie ein roter Faden über Jahrzehnte durch die Sitzungen des Kirchengemeinderates gezogen doch mit Gottes Hilfe und vieler glücklicher Fügungen sei aus der Idee nun Wirklichkeit geworden. Zur Verwirklichung hätten in erster Linie großzügige Spenden beigetragen, die aus einem Traum Wirklichkeit werden ließen, denn es habe eine sechsstellige Summe für das Gesamtprojekt finanziert werden müssen. Dabei habe die Liebe zur Heimat eine ganz wesentliche Rolle gespielt. Manfred Kienle aus München habe sich beim Besuch seiner Großeltern und seiner Tante in Scheer Hals über Kopf in das Donaustädtchen verliebt. Bei seinem jährlichen Besuch des Maifestes habe er vom Vorhaben des Kirchengemeinderates zur Erweiterung des Geläuts gehört und habe sich spontan entschlossen, aus dem Nachlass seiner verstorbenen Angehörigen zwei Glocken für Scheer zu spenden. Michaela Löffler gab unumwunden zu: Lieber Herr Kienle, ohne ihre Großzügigkeit gäbe es heute keine Glockenweihe.   
     
 
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  Ein weiteres Mal habe die Liebe zur Heimat eine tragende Rolle gespielt, als es darum ging, jemanden zu finden, der die neuen Glocken künstlerisch gestaltet. In Editha Pröbstle, die in Scheer geboren wurde und mit unseren Traditionen verwurzelt ist, fanden wir die ideale Künstlerin, die ihr ganzes Herzblut für die Glockenzier einbrachte, sagte Michaela Löffler. Editha Pröbstle habe es ausgezeichnet verstanden, die Gedanken des Kirchengemeinderates gepaart mit ihren eigenen Ideen auf Wachs umzusetzen, das Ergebnis ihrer Arbeit könne sich sehen lassen.   
     
  Den Dank der Kirchengemeinde durfte auch der Vorsitzende des Fördervereins „Kirchenrenovation“, Eugen Heim, entgegennehmen, der nicht nur einen finanziellen Beitrag geleistet, sondern auch bei der Ausarbeitung der Festschrift tatkräftig mitgeholfen habe.   
  Dass sich auch die weltliche Gemeinde an den Kosten beteiligt habe, dafür gebühre Bürgermeister Jürgen Wild und dem Gemeinderat  ein besonderer Dank.   
  Als äußeres Zeichen des Dankes überreichte Michaela Löffler den Spendern die Nachbildung einer Glocke als bleibende Erinnerung.   
     
     
     
  Weitere Dankesworte richtete Michaela Löffler an Weihbischof Dr. J. Kreidler für die würdevolle Gestaltung der Festmesse an die Mitzelebranten Pfarrer Kuchelmeister und Pater Augusty, die große Ministrantenschar und Mathias Michaelis. Der Stadtkapelle mit Stadtmusikdirektorin Christine Burkhardt sowie dem Kirchenchor unter der Leitung von Roland Hoheisel-Gruler dankte sie für die großartige musikalische Umrahmung der Festmesse. Den Dank der Kath. Kirchengemeinde durfte auch das Mesnerehepaar Irmgard und Roland Rieder sowie das Blumenschmuckteam Gerda Braig und Rosmarie Schokols entgegennehmen. Zu guter Letzt hätten die Mitglieder des Kirchengemeinderates allen voran der Vorsitzende des Bauausschusses Ewald Braig und als Hauptverantwortlicher für die Festschrift, Bruno Eisele, zum Gelingen bei der Anschaffung der neuen Glocken und den Festlichkeiten beigetragen.   
  Auch bei den Spendern, die namentlich nicht genannt werden wollen, bedankte sich Michaela Löffler aufs herzlichste.   
  In zum Teil bewegenden Worten dankten die Spender und zeigten sich erfreut, dass das Vorhaben „Erweiterung des Geläutes“ so wunderbar gelungen sei. Mit dem Lied „Großer Gott wir loben dich“ begleitet von der Stadtkapelle und dem Segen durch Weihbischof Dr. Johannes Kreidler endete ein Festgottesdienst, der sehr viele Besucher tief bewegte und einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen hat.    
     
  Beim anschließenden Gemeindefest herrschte bei strahlendem Sonnenschein beste Feststimmung, dafür sorgten die Stadtkapelle Scheer, das Kinderhaus „Sonnenschein“ und die Schüler der Grundschule mit gelungenen Beiträgen. Die Bewirtung lag bei den Mitgliedern der Abteilung Turnen in allerbesten Händen. Im Gemeindesaal war stündlich ein Film vom Glockenguss zu sehen und in der Kirche erläuterte die Künstlerin Editha Pröbstle die Bedeutung der von ihr geschaffenen Glockenzier an den drei neuen Glocken.    
  Bei der Schutzengelandacht sah man erfreulich viele Kinder, die mit dem Segen Gottes den Nachhauseweg antreten durften.   
     
  Fotos und Text: Kurt Kugler   
     
     
     
     
 
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