Eduard Moerike in Scheer  
     
     
 
Eduard Mörike Mörike wurde am 8.9.1804 in Ludwigsburg geboren. Dort besuchte er die Lateinschule und ab 1818 das Seminar in Urach. 1826 begann er Tätigkeit als Vikar in Nürtingen. doch er fühlte sich mehr dem "Poetischen" zugeneigt. So richtete der 23-jährige Vikar im Herbst 1827 ein Urlaubsgesuch an den  württembergischen König, "aus Gesundheitsgründen auf unbestimmte Zeit". Er wollte sich über seine Begabung zum Dichter klar werden. Oberschwaben schien ihm dafür genau richtig. Hier lebten nahe Verwandte, die ihn als geistreichen Gesellschafter und klugen Kopf schätzten. Als erstes besuchte Eduard Mörike seinen Bruder Karl in Scheer an der Donau. Er blieb dort von Februar bis Mai 1828. Karl Mörike, der älteste der Geschwister Eduards, hatte die Stelle eines Amtmanns in Thurn- und Taxis'schen Diensten inne. 
 
     
  Der Besuch Eduards brachte eine willkommene Abwechslung in das abgeschiedene Familienleben des Bruders. Seiner Schwägerin Dorothea widmete er eine Sammlung von 23 Gedichten, das so genannte "Grüne Heft". Eduard begleitete seinen Bruder häufig bei dessen Amtsgeschäften. In dieser Zeit scheiterte eine Bewerbung bei dem berühmten Stuttgarter Verleger Cotta. Mörike bat um Verlängerung seines Urlaubs. Mit dem katholischen Pfarrer von Scheer, Michael Wagner, hatte er sich inzwischen angefreundet und hielt sich häufig in dessen Garten auf.  
     
  Der Blick auf die Donau und die Frühlingssonne inspirierten ihn zu den Zeilen:  
     
 

Da lieg ich auf dem Frühlingshügel,
Die Wolke wird mein Flügel,
Ein Vogel fliegt mir voraus!
Ach, sag' mir, alleinzige Liebe,
Wo Du bleibst, dass ich bei Dir bliebe!
Doch, Du und die Lüfte - haben kein Haus.

 
     
  In seinen autobiographischen Aufzeichnungen "Erinnerungen an Erlebtes" finden sich auch Notizen "aus dem Scheerer Leben" mit der Erwähnung von "Litterae erot.", also von Liebesbriefen, die er in jener Zeit geschrieben hat. Das Objekt seiner Anbetung blieb allerdings unbekannt.
Es war allerdings bekannt, dass er zur Josehine, einer Lehrerstochter aus Scheer eine Neigung hatte.
An einem Sonntagmorgen erblickt er sie auf dem Chor der Kirche - die Tochter des Schullehrers. Er entflammt für sie; jedoch hat die Beziehung angesichts seiner Lage keinen Bestand. Im Sommer fährt Eduard weiter zu seinem Vetter in Bad Buchau/ Federsee.
Von 1834-1843 war er Pfarrer im Ort Cleversulzbach. Mörike wurde vorzeitig pensioniert, er war dann unter anderem Literaturlehrer in Stuttgart, 1855 Hofrat und er erhielt 1856 eine Professur. Ab 1871 lebte er wieder in Stuttgart. Mörike starb am 4.6.1875 in Stuttgart.
 
     
     
     
 
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